Bei uns gibt es bekanntlich viele Klischees über Albanien und deren Bevölkerung. Das Rasen in teuren (manche behaupten auch geklauten) Edelkarossen gehört in diese Kategorie. In der Tat, das Auto ist dem Albaner heilig und Albanien ist das Land mit der höchsten Mercedes-Dichte. Nun, wo ich selber auf Albaniens Strassen unterwegs bin (mit einem Golf, nicht mit einem Merz), muss ich aber das Vorurteil mit der Raserei entkräften. Im Gegenteil. Die Höchstgeschwindigkeit auf der Autobahn beträgt 90 km/h und in der Stadt "nur" 40 km/h. Und die überwiegend grosse Mehrheit hält sich auch daran. Selbstverständlich gibt es auch hier Idioten auf der Strasse, aber im Grossen und Ganzen geht es in Bezug auf das Tempo eigentlich gesittet zu und her.
Trotzdem ist das Autofahren hier gewöhnungsbedürftig. Das hängt aber eher mit den Strassenverhältnissen und den anderen Verkehrsteilnehmern zusammen. Schlaglöcher, auf der Fahrbahn parkierte Autos, Schafherden oder Geisterfahrer gehören hier zum verkehrstechnischen Alltag. Da tut man wirklich gut daran, die vorgegebenen Höchstgeschwindigkeiten einzuhalten. Dazu kommt, dass Albaner eben ganz leidenschaftliche Autofahrer sind, bei welchen das Auto ein wichtiges Statussymbol darstellt. Eigentlich erstaunt das aber wenig, wenn man sich vor Augen führt, dass der Besitz von Privatautos während den über 40 Jahren kommunistischer Diktatur und vollständiger Isolation verboten war. 1990, als die Diktatur schliesslich kollabierte, soll es in Albanien 600 Autos gegeben haben! Und nach dem Zusammenbruch des Regimes lernten die Menschen Autofahren hier eben nicht in Fahrschulen, sondern beim Fahren. Klar, dass der Einsatz der Hupe unbekannte Verkehrsregeln häufig ersetzt. Auch wenn also Kreuzungen und insbesondere Kreisel für den aussenstehenden (nicht-albanischen) Beobachter völlig chaotisch wirken, erlebt man als aktiver Fahrer im Gewühl doch viel Respekt und Nachsicht. Einfach immer schön den Blinker in die Richtung stellen, in die man fahren möchte, dann wird einem auch eine Lücke aufgemacht. Und schliesslich sind Kratzer oder Beulen das Letzte, was sich ein Albaner wünscht.
Das folgende Video habe ich heute Morgen aufgenommen. Irgendwie passt es gut zum Thema. Früh übt sich, wer ein guter Autofahrer werden will. Übrigens, auch der Besuch einer autoshkollë (Fahrschule) ist inzwischen an der Tagesordnung hier.
Ebenfalls heute ist uns ein Auto mit LU-Kennzeichen ins Auge gestochen. Bereits bei meinen früheren Einsätzen hier habe ich immer wieder mal Autos mit Nummernschildern aus der Schweiz oder anderen europäischen Ländern angetroffen. Eben, geklaut, könnte man denken (auch wenn es hier in diesem Fall ein Ford Fiesta und kein Mercedes war). Oder sind das doch Albaner, die in der Schweiz leben und jetzt in der Heimat sind? Oder sind es gar Touristen aus der Schweiz? Weit gefehlt! Denn wenn man dann etwas genauer hinschaut, handelt es sich bei diesen Nummernschildern häufig um selbstgefertigte Fälschungen. Der Grund ist denkbar einfach, wie mir von lokaler Seite erklärt wurde. Diese Autos mit ausländischen Kennzeichen sind hier in Albanien nicht registriert und damit bezahlt der Besitzer auch keine Steuern. So einfach ist das :-)
Sonntag, 29. September 2013
Samstag, 28. September 2013
angekommen ...
Wir sind nun seit vier Tagen in Albanien und haben uns bereits gut organisiert und eingelebt, was bei der stark ausgeprägten albanischen Hilfsbereitschaft und Gastfreundschaft und dem herrlichen Wetter auch nicht wirklich schwierig ist. Die Verantwortlichen des Projekts, in welchem Stephan jetzt tätig ist, haben uns direkt am Hafen von Durrës im 10. Stockwerk eine äusserst geräumige Wohnung zur Verfügung gestellt, die in Bezug auf Komfort, Ausbau und Lage unsere Erwartungen bei weitem übertreffen.
Obschon wir die Stadt bereits aus Kurzaufenthalten kennen, ist unsere Wahrnehmung im Wissen des bevorstehenden dreimonatigen Aufenthalts jetzt eine andere. Alle Sinne sind geschärft und die Eindrücke intensiv. Entsprechend viele kleine Geschichten und Episoden gäbe es auch schon zu erzählen, aber vieles lässt sich irgendwie noch nicht so richtig einordnen, geschweige denn in Worte fassen. Und wenn wir dann auf unserem Balkon stehen und die herrliche Aussicht auf den Hafen und das offene Meer geniessen, dann kommt es uns halt immer noch wie ein Traum vor. Uns geht es einfach gut... nein, sehr gut! Wir fühlen uns bereits nach wenigen Tagen sehr bestärkt in unserem Entschluss, diese abwechslungsreiche und spannende Herausforderung angenommen zu haben.
Wir sind sicher, dass unsere Familien und Freunde zu Hause in der Schweiz gespannt sind, wie wir hier wohnen und leben. Es wäre ja einfach, ein paar Fotos zu knipsen und diese hier zu publizieren. Aber genau das tun wir im Moment nicht und wir spannen euch alle absichtlich noch etwas auf die Folter. Wir haben da eine Idee und bevor ihr virtuell unsere Wohnung besuchen und die Aussicht geniessen dürft, werden wir euch in den nächsten Tagen mit zwei, drei Videos langsam heranführen.
Für den Moment schicken wir euch mit einem Foto des Sonnenuntergangs an unserem Ankunftstag herzliche Grüsse und sagen mirëupafshim!
Vroni und Stephan
Obschon wir die Stadt bereits aus Kurzaufenthalten kennen, ist unsere Wahrnehmung im Wissen des bevorstehenden dreimonatigen Aufenthalts jetzt eine andere. Alle Sinne sind geschärft und die Eindrücke intensiv. Entsprechend viele kleine Geschichten und Episoden gäbe es auch schon zu erzählen, aber vieles lässt sich irgendwie noch nicht so richtig einordnen, geschweige denn in Worte fassen. Und wenn wir dann auf unserem Balkon stehen und die herrliche Aussicht auf den Hafen und das offene Meer geniessen, dann kommt es uns halt immer noch wie ein Traum vor. Uns geht es einfach gut... nein, sehr gut! Wir fühlen uns bereits nach wenigen Tagen sehr bestärkt in unserem Entschluss, diese abwechslungsreiche und spannende Herausforderung angenommen zu haben.
Wir sind sicher, dass unsere Familien und Freunde zu Hause in der Schweiz gespannt sind, wie wir hier wohnen und leben. Es wäre ja einfach, ein paar Fotos zu knipsen und diese hier zu publizieren. Aber genau das tun wir im Moment nicht und wir spannen euch alle absichtlich noch etwas auf die Folter. Wir haben da eine Idee und bevor ihr virtuell unsere Wohnung besuchen und die Aussicht geniessen dürft, werden wir euch in den nächsten Tagen mit zwei, drei Videos langsam heranführen.
Für den Moment schicken wir euch mit einem Foto des Sonnenuntergangs an unserem Ankunftstag herzliche Grüsse und sagen mirëupafshim!
Vroni und Stephan
Autor:
Stephan
Destination:
albanien
Freitag, 20. September 2013
bald geht es los ...
Für einmal packen wir nicht unsere Rucksäcke, sondern extra neu angeschaffte Koffer mit wesentlich mehr Volumen. Und eigentlich müssten wir auch unseren Blog umbenennen, denn obschon wir wieder einmal verreisen, steht das eigentliche Reisen in den kommenden Monaten eher im Hintergrund. Am kommenden Dienstag, 24.09.2013 geht es los. Vor uns liegt ein dreimonatiger Aufenthalt in Albanien, da Stephan im Rahmen eines von der Schweiz finanzierten Berufsbildungsprojekts ein befristetes Mandat übernommen hat. Wir werden in Durrës wohnen, wo uns die lokalen Projektmitarbeitenden bereits eine Wohnung gemietet haben. Diese befindet sich im 10. Stock, direkt am Meer. Mehr verraten wir im Moment noch nicht! Wir freuen uns riesig auf diese neue Erfahrung und natürlich werden wir in den kommenden Monaten über unser Leben und über Land und Kultur unseres Gastlandes berichten. Wie immer, freuen wir uns dabei natürlich auch über gelegentliche Kommentare aus der Heimat.
Autor:
Stephan
Destination:
albanien
Montag, 20. Mai 2013
albanische fassaden ...
Autor:
Stephan
Destination:
albanien
Sonntag, 19. Mai 2013
openair disco oder wahlveranstaltung ...
In diesem Sommer finden in Albanien Parlamentswahlen statt. Natürlich sind diese Wahlen in Albanien omnipräsent und in aller Munde. So ist zum Beispiel auch an den Schulen und Universitäten im Moment eine grosse Unsicherheit zu spüren. Denn wenn Wahlen einen Wechsel in der Regierungsmehrheit bringen, zieht das häufig auch einen Wechsel der Rektoren und Schulleiter nach sich, welche wiederum ihre Anpassungen bei den Lehrkräften machen. So wissen zum Beispiel auch meine Ansprechpartner in der Schule, in welcher ich mich im Rahmen eines, durch die Schweiz finanzierte Berufsbildungsprojekt engagiere, heute noch nicht, ob sie dann im September bei meinem nächsten Besuch noch da sein werden. Eine, für uns unvorstellbare Situation.
Wie dem auch sei. Ich bin ja nicht in Albanien, um Politik zu machen sondern das Bildungssystem weiter zu entwickeln. Unvorbereitet und damit mehr oder weniger unfreiwillig wurde ich aber letzte Woche Zeuge eines grossen Events. Natürlich konnte ich es nicht unterlassen, ein kurzes Video zu drehen. Beim folgenden Video handelt es ich also nicht um eine Openair Disco, sondern um eine Wahlveranstaltung. Und der emotionale (um nicht das Wort schreiende) Sprecher ist kein Geringerer als der amtierende Premierminister von Albanien.
Als Schweizer stelle ich mir in solchen Situationen unweigerlich Fragen wie: Was würden die Schweizer wohl sagen, wenn der Ueli Maurer in vergleichbarer Weise ins Mikrofon schreien würde? Oder wären Wahlveranstaltungen bei uns nicht auch unterhaltsamer, wenn sie mit heissen Beats musikalisch untermauert würden? Nun gut, einmal mehr zeigt sich auch hier: Andere Länder, andere Sitten.
Als Schweizer stelle ich mir in solchen Situationen unweigerlich Fragen wie: Was würden die Schweizer wohl sagen, wenn der Ueli Maurer in vergleichbarer Weise ins Mikrofon schreien würde? Oder wären Wahlveranstaltungen bei uns nicht auch unterhaltsamer, wenn sie mit heissen Beats musikalisch untermauert würden? Nun gut, einmal mehr zeigt sich auch hier: Andere Länder, andere Sitten.
Autor:
Stephan
Destination:
albanien
abschreiben nicht möglich ...
Ich war vergangene Woche wieder einmal beruflich in Albanien. Dabei durfte ich - zugegebenermassen mit einem Schmunzeln im Gesicht - in einer Berufsschule beobachten, wie schriftliche Abschlussprüfungen durchgeführt werden. Um während der Prüfung die Möglichkeit des Abschreibens zu unterbinden, zügeln die Schüler und Schülerinnen mit ihren Stühlen kurzerhand in den dunklen Gang, um dann umgeben von unzähligen Aufpassern in Reih und Glied und ohne zusätzliche Hilfsmittel die Prüfung abzulegen. Für mich war das ein sehr spezieller Anblick, insbesondere auch, weil ich mich in den vergangenen Jahren bei uns in der Schweiz intensiv mit handlungsorientiertem Prüfen von beruflichen Kompetenzen auseinandergesetzt habe. Und mit Handlungskompetenz hat das albanische Modell definitiv nichts zu tun :-)
Autor:
Stephan
Destination:
albanien
Montag, 7. Januar 2013
am strand von puerto escondido ...
Auch auf die Gefahr hin, mit zunehmendem Alter als Romantiker abgestempelt zu werden, folgen hier noch einige Bildimpressionen, die unseren Entschluss, noch länger als geplant in Puerto Escondido zu verweilen visuell untermauern ...
Wer übrigens eine relativ preisgünstige aber tolle Unterkunft in Puerto Escondido sucht, dem können wir die Bungalows in der Villa Casalet empfehlen. Zum Zeitpunkt der Erstellung dieses Posts war die Webseite der Villa Casalet leider gerade gehackt. Hier trotzdem der Link ... Ach ja, und wenn wir schon bei der Unterkunft sind. Die ersten drei Nächte haben wir in den Bungalows Maresias verbracht und diese können wir nun wirklich nicht empfehlen! Wir haben dieses Zimmer vorgängig per Internet (bei booking.com) gebucht, weil wir angenommen haben, dass es zwischen Weihnachten und Neujahr allenfalls schwierig wird, eine Unterkunft zu finden. Einerseits haben wir dieses ältere und doch eher spartanische Bungalow überzahlt, aber noch viel übler ist der Umstand, dass rund 50 Meter von den Bungalows entfernt eine durch geknallter Openair-Techno-Schuppen ist, der praktisch jede Nacht voll durch hämmert, wobei einem die lauten Bässe einfach um den Schlaf bringen. Bei dieser Lautstärke helfen weder 10 Cervezas noch Gehörschutzpfropfen! Und preisgünstigere und bessere Optionen lassen sich sogar in der Hochsaison gut finden. Das Angebot an Unterkünften ist riesig!
Autor:
Stephan
Destination:
mexico
Freitag, 4. Januar 2013
unsere pläne haben geändert ...
Seit dem 30.12. sind wir nun in Puerto Escondido an der mexikanischen Pazifikküste. Ursprünglich wollten wir ja nach drei, vier Tagen via Acapulco und Taxco zurück nach Mexico City, von wo wir am 05.01.2013 leider bereits wieder zurück fliegen. Hier am Strand von Puerto Escondido gefällt es uns aber so gut, dass wir kurzerhand beschlossen haben, bis ans Ende unserer Ferien hier zu bleiben. Nun haben wir uns Flugtickets besorgt und fliegen am 05.01.2013 am Mittag mit Aeromar von Puerto Escondido nach Mexico City und danach am Abend gleich weiter zurück nach Europa und damit zurück in den Winter. Brrrrr....
Die fotografischen Gründe, weshalb es uns hier so gut gefällt, liefern wir in Kürze gerne nach :-) Hier schon einmal ein Video vom Sonnenuntergang gestern Abend. Ok, das Filmchen ist in Bezug auf die Dramaturgie sicher noch langweiliger als das unsägliche Kaminfeuer, welches nach Sendeschluss jeweils bei RTL oder so gezeigt wird, aber die Stimmung ist halt einfach nur wunderschön!
Die fotografischen Gründe, weshalb es uns hier so gut gefällt, liefern wir in Kürze gerne nach :-) Hier schon einmal ein Video vom Sonnenuntergang gestern Abend. Ok, das Filmchen ist in Bezug auf die Dramaturgie sicher noch langweiliger als das unsägliche Kaminfeuer, welches nach Sendeschluss jeweils bei RTL oder so gezeigt wird, aber die Stimmung ist halt einfach nur wunderschön!
Autor:
Stephan
Destination:
mexico
monte albán ...
Zwei Dinge stellt man übrigens bei allen archäologischen Fundstätten in Mexico fest. Erstens hat es unzählige Händler, die den Besuchern irgendwelchen Ramsch andrehen wollen (der aus unerklärlichen Gründen insbesondere von den einheimischen Touristen auch gekauft wird) und zweitens lassen sich immer wieder besondere Exemplare beobachten, die sich durch Meditation, Gesänge oder irgendwelche Formen von Ausdruckstanz an diesen durchaus magischen Orten wohl energetisch laden. Jedem und jeder das Seine :-)
Autor:
Stephan
Destination:
mexico
Samstag, 29. Dezember 2012
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