So funktioniert der Strassenverkehr auf einer typischen albanischen Kreuzung. Keine Ampel, kein Polizist, keine Markierungen und keine erkennbaren Regeln. Und es funktioniert auch so!
P.S. Der Film ist nicht in Zeitlupe aufgenommen :-)
Mittwoch, 14. März 2012
am strand von durrës ...
Nach meinem ersten Besuch in der Schule fuhr uns Maksim, der albanische Projektleiter zum Kaffee an den Strand von Durrës. Ein kurzer Spaziergang über den Strand liess mich erahnen, dass hier im Sommer ziemlich viel los sein muss. Ganz offensichtlich wurde hier nach dem Sturz der Diktatur und der allmählichen Öffnung des Landes ab 1990 ziemlich viel gebaut und investiert. Nachdem Albanien in den 90-iger Jahren insbesondere bei Besuchern aus den angrenzenden Ländern geboomt hatte, bleiben die Touristen gemäss Angaben unseres albanischen Freundes Maksim heute aber schon wieder weitgehend aus. Was bleibt sind unzählige unterbesetzte Hotels und leere Ferienwohnungen. Offenbar hat auch Albanien ein Zweitwohnungsproblem :-)
Das anschliessende Gespräch über Gott und die Welt und vor allem die eindrücklichen Erzählungen von Maksim aus der Zeit, als Albanien noch eine komplett isolierte kommunistische Diktatur war, werde ich so schnell nicht vergessen. Für uns ist ein Leben in der totalen Isolation und unter ständiger Überwachung, Bespitzelung und Repression gar nicht nachempfindbar. Auf jeden Fall aber hilft mir die Kenntnis dieser dunklen Seite der Geschichte Albaniens für mein Verständnis der noch immer spürbaren Probleme im Land. Wie soll ein Volk nach fast 45 Jahren Repression und Einschränkung jetzt plötzlich mit Werten wie Selbstverantwortung, Initiative oder Freiheit vernünftig umgehen? So läuft halt heute noch vielen nach einem staatlichen Plan, unabhängig davon, ob der Plan Sinn macht oder nicht und viele alt eingesessene Strukturen und Modelle sind noch immer spürbar. Allerdings hat die jahrelange Unterdrückung offensichtlich auch zu positiven Effekten in Albanien geführt. So war die albanische Bevölkerung zum Beispiel sofort bereit, während dem Balkankrieg zeitweise über 100‘000 Flüchtlinge aus dem Kosovo aufzunehmen und zu beherbergen. Viele albanische Familien haben einfach eines ihrer sonst schon raren Zimmer zu Gunsten einer Flüchtlingsfamilie geräumt. Das Wenige wurde einfach noch geteilt. Eine wahre Geste der Freundschaft und Menschlichkeit, die wir in unseren Bereitengraden inzwischen selten antreffen. Ein anderes Beispiel ist die (berufliche) Gleichstellung von Mann und Frau. Aus Tradition waren alle Berufe auch den Frauen zugänglich und so trifft man zum Beispiel in technischen Schulen und an Universitäten im Vergleich zur Schweiz viele weibliche Lehrkräfte an.
Das anschliessende Gespräch über Gott und die Welt und vor allem die eindrücklichen Erzählungen von Maksim aus der Zeit, als Albanien noch eine komplett isolierte kommunistische Diktatur war, werde ich so schnell nicht vergessen. Für uns ist ein Leben in der totalen Isolation und unter ständiger Überwachung, Bespitzelung und Repression gar nicht nachempfindbar. Auf jeden Fall aber hilft mir die Kenntnis dieser dunklen Seite der Geschichte Albaniens für mein Verständnis der noch immer spürbaren Probleme im Land. Wie soll ein Volk nach fast 45 Jahren Repression und Einschränkung jetzt plötzlich mit Werten wie Selbstverantwortung, Initiative oder Freiheit vernünftig umgehen? So läuft halt heute noch vielen nach einem staatlichen Plan, unabhängig davon, ob der Plan Sinn macht oder nicht und viele alt eingesessene Strukturen und Modelle sind noch immer spürbar. Allerdings hat die jahrelange Unterdrückung offensichtlich auch zu positiven Effekten in Albanien geführt. So war die albanische Bevölkerung zum Beispiel sofort bereit, während dem Balkankrieg zeitweise über 100‘000 Flüchtlinge aus dem Kosovo aufzunehmen und zu beherbergen. Viele albanische Familien haben einfach eines ihrer sonst schon raren Zimmer zu Gunsten einer Flüchtlingsfamilie geräumt. Das Wenige wurde einfach noch geteilt. Eine wahre Geste der Freundschaft und Menschlichkeit, die wir in unseren Bereitengraden inzwischen selten antreffen. Ein anderes Beispiel ist die (berufliche) Gleichstellung von Mann und Frau. Aus Tradition waren alle Berufe auch den Frauen zugänglich und so trifft man zum Beispiel in technischen Schulen und an Universitäten im Vergleich zur Schweiz viele weibliche Lehrkräfte an.
Autor:
Stephan
Destination:
albanien
in der technischen berufsschule ...
Im Rahmen eines Teilprojekts innerhalb des AlbVET Programmes wurde im Herbst 2010 ein neuer Ausbildungsgang gestartet, in welchem in Anlehnung an die duale Berufslehre ïn der Schweiz Informatiker und Informatikerinnen mit einem möglichst hohen Praxisbezug ausgebildet werden sollen. Für uns tönt das relativ einfach und normal, ist aber in einem Land wie Albanien, in welchem das Bildungssystem traditionellerweise ausser dem universitären und damit rein theoretischen Werdegang keine Alternativen für Schulabgänger vorsieht, vergleichbar mit einer mittelgrossen Revolution. Weil der Ansatz der Berufslehre bis dato völlig unbekannt ist, stehen natürlich auch keine Betriebe zur Verfügung, welche die praktische Ausbildung der Lernenden übernehmen könnten, verschweige den finanziell mittragen wollen. Ausserdem ist die wirtschaftliche Struktur in der ICT in Albanien noch in den Anfängen und aus Sicht der rasanten Entwicklung und des Wachstums im Land besteht zwar durchaus ein Bedürfnis an Fachkräften, die mehr oder weniger professionell funktionierenden IT-Firmen können aber noch an einer Hand abgezählt werden.
Im neuen albanischen Modell übernimmt die Universität von Durres analog unserer Berufsschule die theoretische Ausbildung, während die Praxis in neu eingerichteten Werkstätten an einer staatlichen technischen Schule stattfindet. Als erste Studierende im neuen Ausbildungsgang hat das Bildungsministerium ziemlich pragmatisch 40 Absolventen und Absolventinen des Gymnasiums zugeteilt. Dabei wurde zwar sehr wohl auf die Gleichstellung der Geschlechter geachtet (Ja, die Hälfte der Lernenden sind jungen Frauen! Ein Zustand, von welchem wir in den technischen Berufen in der Schweiz nur träumen), andere Kriterien z.B. bezüglich der Eignung für die IT wurden aber ganz offenbar nicht berücksichtigt. So gibt es innerhalb der Gruppe durchaus Lernende, die vor dem Ausbildungsbeginn im vergangenen September noch nie einen Computer gestartet, verschweige denn bedient hatten.
Gestern hatte ich nun die Möglichkeit, der praktischen Ausbildung an der Shkolla Profesionale Beqir Cela beizuwohnen. Was ich dabei erleben und beobachten durfte, hat mich unter Berücksichtigung der schwierigen Ausgangslage und der noch jungen Projektgeschichte äusserst positiv überrascht und tief beeindruckt.
Der erste Eindruck des Schulhauses von aussen mit seinen vergitterten Fenstern und Eingängen erinnerte mich eher an ein Gefängnis. Auch das Innere des Gebäudes ist für unsere Verhältnisse sehr nüchtern gehalten und beschränkt sich ausschliesslich auf funktionale Aspekte. Ausser einigen Plakaten keine Bilder, keine Pflanzen, keine Sitzgelegenheiten. Einfach gekachelte Gänge mit hellblauen Wänden und schummrigem Neonlicht. Und ein ganz gewichtiger Mangel wird relativ schnell spürbar. Dem Schulhaus fehlte schlicht einen Heizung und obschon draussen die Sonne schien, erreichten die Temperaturen im Innern an diesem kühlen und windigen Frühlingstag keine 16 Grad! Der freundliche, aber sehr förmliche Empfang beim Direktor vermochte dann die Stimmung etwas zu erwärmen und gespannt ging es weiter in die zwei sogenannten Labors, in welchen die angehenden Informatiker/innen aufgeteilt in zwei Gruppen ihre praktische Ausbildung erhalten. Und was ich da erleben durfte, hat mich wirklich beeindruckt. Da sitzen die jungen Lernenden dick eingepackt in Winterjacken und mit Schal an ihren Computern und trotzen den widrigen Umständen mit Verständnis, grossem Interesse, mit viel Engagement, Konzentration und Motivation. Meine verwöhnten Lernenden in der Schweiz wären schon lange von dannen gezogen. Ganz grossen Respekt zolle ich aber den beiden jungen Berufsbildnerinnen (jawohl, auch die Coaches sind Frauen), die mit viel Einsatz, Herzblut und Engagement einen, für albanische Verhältnisse komplett neuen Ansatz mit der praktischen Ausbildung, umsetzen. Vor diesen beiden Frauen ziehe ich den Hut, denn wenn ich mich an meine eigenen ersten methodisch, didaktischen Gehversuche in einer Lehrwerkstätte vor bald 15 Jahren erinnere, dann bin ich mir den Schwierigkeiten und Herausforderungen durchaus bewusst. Und ich durfte damals auf ein wesentlich komfortableres Umfeld zählen und zudem ist der Ansatz mit der praktischen Arbeit bei uns seit Generationen etabliert und akzeptiert. Auf jeden Fall freue ich mich riesig, dieses tolle Projekt und die Berufsbildnerinnen in den nächsten Tagen unterstützen zu dürfen.
Im neuen albanischen Modell übernimmt die Universität von Durres analog unserer Berufsschule die theoretische Ausbildung, während die Praxis in neu eingerichteten Werkstätten an einer staatlichen technischen Schule stattfindet. Als erste Studierende im neuen Ausbildungsgang hat das Bildungsministerium ziemlich pragmatisch 40 Absolventen und Absolventinen des Gymnasiums zugeteilt. Dabei wurde zwar sehr wohl auf die Gleichstellung der Geschlechter geachtet (Ja, die Hälfte der Lernenden sind jungen Frauen! Ein Zustand, von welchem wir in den technischen Berufen in der Schweiz nur träumen), andere Kriterien z.B. bezüglich der Eignung für die IT wurden aber ganz offenbar nicht berücksichtigt. So gibt es innerhalb der Gruppe durchaus Lernende, die vor dem Ausbildungsbeginn im vergangenen September noch nie einen Computer gestartet, verschweige denn bedient hatten.
Gestern hatte ich nun die Möglichkeit, der praktischen Ausbildung an der Shkolla Profesionale Beqir Cela beizuwohnen. Was ich dabei erleben und beobachten durfte, hat mich unter Berücksichtigung der schwierigen Ausgangslage und der noch jungen Projektgeschichte äusserst positiv überrascht und tief beeindruckt.
Der erste Eindruck des Schulhauses von aussen mit seinen vergitterten Fenstern und Eingängen erinnerte mich eher an ein Gefängnis. Auch das Innere des Gebäudes ist für unsere Verhältnisse sehr nüchtern gehalten und beschränkt sich ausschliesslich auf funktionale Aspekte. Ausser einigen Plakaten keine Bilder, keine Pflanzen, keine Sitzgelegenheiten. Einfach gekachelte Gänge mit hellblauen Wänden und schummrigem Neonlicht. Und ein ganz gewichtiger Mangel wird relativ schnell spürbar. Dem Schulhaus fehlte schlicht einen Heizung und obschon draussen die Sonne schien, erreichten die Temperaturen im Innern an diesem kühlen und windigen Frühlingstag keine 16 Grad! Der freundliche, aber sehr förmliche Empfang beim Direktor vermochte dann die Stimmung etwas zu erwärmen und gespannt ging es weiter in die zwei sogenannten Labors, in welchen die angehenden Informatiker/innen aufgeteilt in zwei Gruppen ihre praktische Ausbildung erhalten. Und was ich da erleben durfte, hat mich wirklich beeindruckt. Da sitzen die jungen Lernenden dick eingepackt in Winterjacken und mit Schal an ihren Computern und trotzen den widrigen Umständen mit Verständnis, grossem Interesse, mit viel Engagement, Konzentration und Motivation. Meine verwöhnten Lernenden in der Schweiz wären schon lange von dannen gezogen. Ganz grossen Respekt zolle ich aber den beiden jungen Berufsbildnerinnen (jawohl, auch die Coaches sind Frauen), die mit viel Einsatz, Herzblut und Engagement einen, für albanische Verhältnisse komplett neuen Ansatz mit der praktischen Ausbildung, umsetzen. Vor diesen beiden Frauen ziehe ich den Hut, denn wenn ich mich an meine eigenen ersten methodisch, didaktischen Gehversuche in einer Lehrwerkstätte vor bald 15 Jahren erinnere, dann bin ich mir den Schwierigkeiten und Herausforderungen durchaus bewusst. Und ich durfte damals auf ein wesentlich komfortableres Umfeld zählen und zudem ist der Ansatz mit der praktischen Arbeit bei uns seit Generationen etabliert und akzeptiert. Auf jeden Fall freue ich mich riesig, dieses tolle Projekt und die Berufsbildnerinnen in den nächsten Tagen unterstützen zu dürfen.
Autor:
Stephan
Destination:
albanien
Montag, 12. März 2012
mirëpritur në shqipëri ...
Heute bin ich mit der Adria Airways von Zürich über Ljubliana nach Tirana geflogen, wo ich in den nächsten fünf Tagen die tolle Gelegenheit habe, das Albanian VET (Vocational Education Training) Support Program, kurz AlbVET, näher kennenzulernen. Der Flug über die österreichischen und slowenischen Alpen und mit Fensterplatz war schlicht herrlich, doch leider hatte ich die Kamera nicht griffbereit. Anfängerfehler...
Der moderne, saubere und gut organisierte Flughafen in Tirana liess mich bei meiner Ankunft in Albanien schon das erste Mal staunen. Dieser positive Eindruck verstärkte sich dann auch auf der Fahrt in die Büros von AlbVET in der Innenstadt von Tirana. Allerdings wurde der erste Eindruck auch durch ein, für schweizerische Verhältnisse unglaubliches Chaos auf den Strassen leicht getrübt. Hier möchte ich nicht unbedingt mit einem Mietwagen unterwegs sein :-) Egal, ganz offenbar wurde in Albanien in den letzten Jahren viel in die Infrastruktur investiert.
Nach einem Begrüssungskaffee mit einem ersten, spannenden und ausgiebigen Schwatz mit den Projektverantwortlichen haben wir die Zielsetzungen und die Details für die Arbeit während dieser Woche abgesprochen. Bei der Programmausgestaltung war dann prompt auch das erste Mal Flexibilität gefragt, denn am kommenden Mittwoch ist - für uns überraschend und unerwartet - in ganz Albanien ein Feiertag zu Ehren des Frühlingsbeginns. Entsprechend verlegen wir unseren ersten Besuch in den Ausbildungsstätten bereits auf morgen Dienstag. Ich freue mich sehr darauf.
Nach dem Briefing bei AlbVET ging es in einer rund halbstündigen Fahrt (das Verkehrschaos vom Nachmittag hatte sich inzwischen weitgehend aufgelöst) in die Küstenstadt Durrës, wo wir im Hotel Arvi unser Quartier für die nächsten Tage bezogen. Auch das Hotel hat mich sehr positiv überrascht und in Bezug auf den Standard muss es den Vergleich mit Hotels in anderen Ländern in Europa sicher nicht scheuen. Über die Stadt Durrës kann ich leider noch nicht viel berichten, denn bei unserer Ankunft war es bereits dunkel. Der nächtliche Ausblick aus dem Hotelzimmer stimmt mich aber zuversichtlich...
Nachtrag: Das Foto rechts zeigt den abendlichen Ausblick aus dem Hotelzimmer am nächsten Tag :-)
Der moderne, saubere und gut organisierte Flughafen in Tirana liess mich bei meiner Ankunft in Albanien schon das erste Mal staunen. Dieser positive Eindruck verstärkte sich dann auch auf der Fahrt in die Büros von AlbVET in der Innenstadt von Tirana. Allerdings wurde der erste Eindruck auch durch ein, für schweizerische Verhältnisse unglaubliches Chaos auf den Strassen leicht getrübt. Hier möchte ich nicht unbedingt mit einem Mietwagen unterwegs sein :-) Egal, ganz offenbar wurde in Albanien in den letzten Jahren viel in die Infrastruktur investiert.
Nach einem Begrüssungskaffee mit einem ersten, spannenden und ausgiebigen Schwatz mit den Projektverantwortlichen haben wir die Zielsetzungen und die Details für die Arbeit während dieser Woche abgesprochen. Bei der Programmausgestaltung war dann prompt auch das erste Mal Flexibilität gefragt, denn am kommenden Mittwoch ist - für uns überraschend und unerwartet - in ganz Albanien ein Feiertag zu Ehren des Frühlingsbeginns. Entsprechend verlegen wir unseren ersten Besuch in den Ausbildungsstätten bereits auf morgen Dienstag. Ich freue mich sehr darauf.
Nach dem Briefing bei AlbVET ging es in einer rund halbstündigen Fahrt (das Verkehrschaos vom Nachmittag hatte sich inzwischen weitgehend aufgelöst) in die Küstenstadt Durrës, wo wir im Hotel Arvi unser Quartier für die nächsten Tage bezogen. Auch das Hotel hat mich sehr positiv überrascht und in Bezug auf den Standard muss es den Vergleich mit Hotels in anderen Ländern in Europa sicher nicht scheuen. Über die Stadt Durrës kann ich leider noch nicht viel berichten, denn bei unserer Ankunft war es bereits dunkel. Der nächtliche Ausblick aus dem Hotelzimmer stimmt mich aber zuversichtlich...
Nachtrag: Das Foto rechts zeigt den abendlichen Ausblick aus dem Hotelzimmer am nächsten Tag :-)
Autor:
Stephan
Destination:
albanien
Montag, 13. Februar 2012
chile & argentinien - rückblick ...
Rundreise mit Mietwagen
Dauer: 23.12.11 bis 14.01.12 (3 Wochen)
Länge: 4'200 km
Strecke: Santiago (1) - Cobquecura (2) - Villarrica - Lican Ray - Pucón (3) - Puerto Varas (4) - Bariloche (5) - San Martin de los Andes (6) - Chos Malal (7) - Malargüe (8) - Medoza (9) - Uspallata (10) - Santiago
Highlights: Gastfreundschaft - Seen - Vulkane - Mobilität mit Mietwagen - Ruta 40 zwischen Chos Malal und Malargüe - Festival del Chivo in Malargüe - Zentrale Anden rund um Uspallata - Wein und Fleisch und viele mehr ...
Lowlights: La cenica (die Asche des Vulkans Puyehue) - Halbwertszeit bei Bestellungen in Argentinien - Zollformalitäten mit Mietwagen.
Dauer: 23.12.11 bis 14.01.12 (3 Wochen)
Länge: 4'200 km
Strecke: Santiago (1) - Cobquecura (2) - Villarrica - Lican Ray - Pucón (3) - Puerto Varas (4) - Bariloche (5) - San Martin de los Andes (6) - Chos Malal (7) - Malargüe (8) - Medoza (9) - Uspallata (10) - Santiago
Highlights: Gastfreundschaft - Seen - Vulkane - Mobilität mit Mietwagen - Ruta 40 zwischen Chos Malal und Malargüe - Festival del Chivo in Malargüe - Zentrale Anden rund um Uspallata - Wein und Fleisch und viele mehr ...
Lowlights: La cenica (die Asche des Vulkans Puyehue) - Halbwertszeit bei Bestellungen in Argentinien - Zollformalitäten mit Mietwagen.
Autor:
Stephan
Destination:
argentinien,
chile
eine suite zum abschluss ...
Nachdem wir nach unserer Ankunft an Weihnachten bereits zwei Nächte in einem ordentlichen, aber relativ unspektakulären Zimmer im Hotel Blue Tree Fundador in Santiago verbracht hatten, führte uns unser Weg für die letzte Nacht vor unserer Rückreise zurück in dieses Hotel. Diese letzte Nacht hatten wir bereits vor der Reise und zusammen mit dem Mietwagen gebucht. Nach der unerwartet reibungslosen Abgabe des Mietwagens liessen wir uns also mit dem Taxi zum Fundador fahren. Beim Check-In liess man uns wissen, dass wir diesmal im Annex des Hotels untergebracht wären. Das das Hotel noch über einen Annex verfügt, haben wir beim ersten Besuch gar nicht bemerkt und eigentlich war es uns auch ziemlich egal, denn wir sehnten uns einfach nach einer Dusche und etwas Ruhe. Der uniformierte Hotelangestellte führte uns und unser Gepäck dann in einer gefühlten Ewigkeit über zwei Aufzüge und endlose Gänge ganz nach oben in den siebten Stock im Nebengebäude. Als er uns die Türe öffnete, traf uns fast der Schlag. Stephan erkundigte sich noch, ob es sich wohl nicht um einen Irrtum handle, aber alles schien seine rechte Ordnung zu haben. Wir standen mit offenen Mündern inmitten einer Zweizimmer-Suite mit Riesenbett, tollem Bad, Polstergruppen und sogar zwei Fernsehgeräten. Wurden wir nun bereits in ein Vielbesucherprogramm des Hotels aufgenommen oder hat uns wohl Michu von unserem Reisebüro diese Überraschung beschert. Wir wissen es bis heute nicht, haben so die wenigen letzten Stunden in Santiago aber doppelt genossen…
Autor:
Stephan
Destination:
chile
paso de los libertadores ...
Unsere Rückkehr nach Chile führte über den Paso de los Libertadores. Beim Aduana auf rund 3500 Metern und bei relativ kühlen Temperaturen galt es erst einmal, die Nerven zu bewahren. Nachdem der Schwerverkehr vom Personenverkehr getrennt war, stellten resp. fuhren wir zusammen mit unzähligen, vorwiegend argentinischen Autos (die ganz offenbar unterwegs in ihre Sommerferien waren) in eine lange Schlange vor den Zollhäuschen. Im Vergleich zu anderen Grenzübertritten in Lateinamerika ist dieser hier zwar verhältnismässig gut organisiert, aber es dauert halt trotzdem seine Zeit und mindestens zehn verschiedene Beamte, bis die Pässe den argentinischen Ausreisestempel enthalten, das Mietauto ordentlich abgemeldet ist, die Einreisepapiere für Chile ausgefüllt sind, die Pässe einen entsprechenden Einreisestempel enthalten, das Auto in Chile wieder angemeldet ist und das gesamte Gepäck und Auto nach unerlaubten Lebensmittel untersucht ist. Ein Glück, dass sich der chilenische Zollbeamte durch Veronikas Plastikbeutel mit Vulkanasche nicht aus dem Konzept bringen liess.

Wir Schweizer sind uns ja von den Passstrassen in den Alpen einiges gewöhnt. Die Serpentinen, die sich auf der chilenischen Seite aber die Anden hinunter winden, sind einfach nur spektakulär. Die Gefahr von überhöhter Geschwindigkeit ist relativ gering, denn zwischen unzähligen, mehr oder weniger vertrauenserweckender Lastwagen ging es im Schneckentempo talwärts. Eine beeindruckende Fahrt mit gewaltiger Aussicht und viel Abgas! Auf dieser Fahrt hiess es gleichzeitig Abschied von Argentinien zu nehmen. Unsere kleine Rundreise durch Chile und Argentinien neigt sich leider bereits dem Ende zu und vor uns liegt die letzte Übernachtung in Santiago…
Wir Schweizer sind uns ja von den Passstrassen in den Alpen einiges gewöhnt. Die Serpentinen, die sich auf der chilenischen Seite aber die Anden hinunter winden, sind einfach nur spektakulär. Die Gefahr von überhöhter Geschwindigkeit ist relativ gering, denn zwischen unzähligen, mehr oder weniger vertrauenserweckender Lastwagen ging es im Schneckentempo talwärts. Eine beeindruckende Fahrt mit gewaltiger Aussicht und viel Abgas! Auf dieser Fahrt hiess es gleichzeitig Abschied von Argentinien zu nehmen. Unsere kleine Rundreise durch Chile und Argentinien neigt sich leider bereits dem Ende zu und vor uns liegt die letzte Übernachtung in Santiago…
Autor:
Stephan
Destination:
argentinien,
chile
Donnerstag, 9. Februar 2012
zwei tage im tibet ...
Wir waren (leider) noch nie im Tibet, aber immerhin haben wir nun eine konkrete Vorstellung davon, wie es dort ausschauen könnte. Der Grund liegt in unserem zweitägigen Aufenthalt in Uspallata (notabene in Argentinien). Weil das andine Hochland rund um Uspallata offenbar mit dem Tibet vergleichbar ist, hat der Regisseur Jean-Jacques Annaud genau diese Gegend als Drehort und Kulisse für den bekannten Film Sieben Jahre im Tibet gewählt.
Nur schon die Fahrt auf der Strasse hoch zum Paso de los Libertadores bietet fantastische Aussichten. Der Besuch der Punte del Inca, der Anblick des Aconcagua, dem mit 6962 Metern höchste Berg Südamerikas und die abenteuerliche Fahrt hoch auf knapp 4000 Meter zum Monument des Christo Redentor an der argentinisch-chilenischen Grenze waren weitere Höhepunkte während unserem Aufenthalt in dieser Gegend. Selbstverständlich gibt es bei solchen Sehenswürdigkeiten auch immer einen Geocache, den es zu loggen gilt :-) Wie so oft, sagen Bilder tausendmal mehr als Worte! Also, der Tibet in Argentinien präsentiert sich wie folgt:


Nur schon die Fahrt auf der Strasse hoch zum Paso de los Libertadores bietet fantastische Aussichten. Der Besuch der Punte del Inca, der Anblick des Aconcagua, dem mit 6962 Metern höchste Berg Südamerikas und die abenteuerliche Fahrt hoch auf knapp 4000 Meter zum Monument des Christo Redentor an der argentinisch-chilenischen Grenze waren weitere Höhepunkte während unserem Aufenthalt in dieser Gegend. Selbstverständlich gibt es bei solchen Sehenswürdigkeiten auch immer einen Geocache, den es zu loggen gilt :-) Wie so oft, sagen Bilder tausendmal mehr als Worte! Also, der Tibet in Argentinien präsentiert sich wie folgt:
Autor:
Stephan
Destination:
argentinien
Montag, 16. Januar 2012
vom stolz des argentinischen servicepersonals ...
Es gehört ganz offensichtlich zum Berufsstolz des argentinischen Servicepersonals, dass dieses bei der Aufnahme einer Bestellung keinerlei Notizen macht. Das mag zwar eine ehrenvolle und edle Zielsetzung sein, doch leider zeigt sich durch unvollständige oder falsch gelieferte Getränke oder Speisen in der Praxis dann relativ häufig, dass halt ab einer gewissen Komplexität und Anzahl Gäste, Notizen doch ganz hilfreich sein könnten.
Den Höhepunkt dieses Phänomens haben wir in Mendoza erlebt (was aber nicht zwingend mit dieser sonst sehr sympathischen und tollen Stadt im Zusammenhang stehen muss). Nachdem bei der Bestellung des Nachtessens die Salate zur Vorspeise vergessen gegangen waren (und die Hauptspeise unter tausendfacher Entschuldigung zurückgenommen, der Salat nachgeliefert und anschliessend erneut die Hauptspeisen, diesmal aber kalt, aufgetischt wurden), liessen wir uns an einem Tisch auf der Strasse einer der unzähligen gemütlichen Kneipen nieder, um den Tag bei einem kühlen Drink ausklingen zu lassen. Immerhin zeigte das Thermometer nachts um 23 Uhr immer noch über 30 Grad an. Vroni musste mal schnell und als die nette Kellnerin zu Stephan an den Tisch kam, bestellte dieser einen Rum mit Eis und einen Mojito. Die nette Bedienung fragte noch nach, ob es nur einen Mojito sein sollte, denn sie hätten eben gerade eine promoción, bei welcher es zwei Drinks zum Preis von einem gebe (was auf einer Tafel an der Wand Plakat auch so angekündigt wurde). Stephan lehnte dankend ab und die Kellnerin verabschiedete sich mit einem höflichen disculpe. Wie so oft, erschien einige Minuten später der Arbeitskollege der Kellnerin mit einem Tablar am Tisch und stellte uns drei (3!) Rum auf den Tisch. Vroni war inzwischen zurück am Tisch und staunte nicht schlecht ob meiner Bestellung. Ich erklärte dem Kellner ganz anständig, dass ich eigentlich nur einen Rum dafür noch einen Mojito bestellt hätte, worauf er mir erklärte, dass die drei Rums aber bereits getippt und registriert seien. Meinen Einwand ob der offensichtlich fehlerhaften Kommunikation zwischen dem Servicepersonal liess er nicht gelten und wir einigten und mehr oder weniger gütlich darauf, dass Vroni auf ihren Mojito verzichtet und ebenfalls einen Rum trinkt. Der Kellner zog mit dem überzähligen Rum von dannen, Vroni und ich prosteten uns zu und zu meiner Erleichterung bestätigte mir Vroni auch, dass meine Spanischkompetenzen doch nicht so schlecht seien, dass eine Bestellung derart falsch verstanden werden könne. Gerade hatte sie mich diesbezüglich entlastet, da stand die Kellnerin mit einem Rum und einem Mojito bei uns am Tisch. Erstaunt oder besser verwirrt nahm sie zur Kenntnis, dass uns ganz offensichtlich bereits Getränke serviert wurden. Für uns bleibt es bis heute schleierhaft, wie die relativ einfache Bestellung eines Rums und eines Mojitos bei einer einzigen Kellnerin de facto in vier Rums und einem Mojito enden kann und diese besagte Kellnerin sich dann nicht erklären kann, wie so etwas nur passieren kann. Das argentinische Organisationshandbuch für Gastrobetriebe scheint auf jeden Fall ein Buch mit sieben Siegeln zu sein...
Den Höhepunkt dieses Phänomens haben wir in Mendoza erlebt (was aber nicht zwingend mit dieser sonst sehr sympathischen und tollen Stadt im Zusammenhang stehen muss). Nachdem bei der Bestellung des Nachtessens die Salate zur Vorspeise vergessen gegangen waren (und die Hauptspeise unter tausendfacher Entschuldigung zurückgenommen, der Salat nachgeliefert und anschliessend erneut die Hauptspeisen, diesmal aber kalt, aufgetischt wurden), liessen wir uns an einem Tisch auf der Strasse einer der unzähligen gemütlichen Kneipen nieder, um den Tag bei einem kühlen Drink ausklingen zu lassen. Immerhin zeigte das Thermometer nachts um 23 Uhr immer noch über 30 Grad an. Vroni musste mal schnell und als die nette Kellnerin zu Stephan an den Tisch kam, bestellte dieser einen Rum mit Eis und einen Mojito. Die nette Bedienung fragte noch nach, ob es nur einen Mojito sein sollte, denn sie hätten eben gerade eine promoción, bei welcher es zwei Drinks zum Preis von einem gebe (was auf einer Tafel an der Wand Plakat auch so angekündigt wurde). Stephan lehnte dankend ab und die Kellnerin verabschiedete sich mit einem höflichen disculpe. Wie so oft, erschien einige Minuten später der Arbeitskollege der Kellnerin mit einem Tablar am Tisch und stellte uns drei (3!) Rum auf den Tisch. Vroni war inzwischen zurück am Tisch und staunte nicht schlecht ob meiner Bestellung. Ich erklärte dem Kellner ganz anständig, dass ich eigentlich nur einen Rum dafür noch einen Mojito bestellt hätte, worauf er mir erklärte, dass die drei Rums aber bereits getippt und registriert seien. Meinen Einwand ob der offensichtlich fehlerhaften Kommunikation zwischen dem Servicepersonal liess er nicht gelten und wir einigten und mehr oder weniger gütlich darauf, dass Vroni auf ihren Mojito verzichtet und ebenfalls einen Rum trinkt. Der Kellner zog mit dem überzähligen Rum von dannen, Vroni und ich prosteten uns zu und zu meiner Erleichterung bestätigte mir Vroni auch, dass meine Spanischkompetenzen doch nicht so schlecht seien, dass eine Bestellung derart falsch verstanden werden könne. Gerade hatte sie mich diesbezüglich entlastet, da stand die Kellnerin mit einem Rum und einem Mojito bei uns am Tisch. Erstaunt oder besser verwirrt nahm sie zur Kenntnis, dass uns ganz offensichtlich bereits Getränke serviert wurden. Für uns bleibt es bis heute schleierhaft, wie die relativ einfache Bestellung eines Rums und eines Mojitos bei einer einzigen Kellnerin de facto in vier Rums und einem Mojito enden kann und diese besagte Kellnerin sich dann nicht erklären kann, wie so etwas nur passieren kann. Das argentinische Organisationshandbuch für Gastrobetriebe scheint auf jeden Fall ein Buch mit sieben Siegeln zu sein...
Autor:
Stephan
Destination:
argentinien
ruta 40 - malargüe nach mendoza ...
- Stecke: Malargüe - San Rafael - Mendoza
- Distanz: 400 km
- Fahrzeit: ca. 5 Stunden
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Autor:
Stephan
Destination:
argentinien
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