Montag, 21. Dezember 2009

granada ...

Gestern sind wir in Granada angekommen, einem weiteren Höhepunkt unserer Reise. Zwar haben wir heute seit langem wieder einen bewölkten Tag mit etwas Regen eingezogen, aber im Vergleich zur aktuellen Kältefront in der Schweiz wollen wir uns bei Temperaturen über 30 Grad wegen etwas Wolken natürlich nicht beklagen. Granada ist eine der am besten erhaltenen Kolonialstädte in Zentralamerika. Mit Freude hat Stephan auch festgestellt, dass die Entwicklung hier in den letzten Jahren nicht stehen geblieben ist. Viele weitere alte Häuser wurden neu renoviert und unzählige Hotels und Restaurants wurden neu eröffnet. Zwar geschieht das häufig durch ausländische (europäische) Investitionen und Besitzer, aber wenigstens werden so Arbeitsplätze geschaffen und der Tourismus als wichtige Einnahmequelle wird positiv beeinflusst.

Wir haben uns hier im Hotel Patio del Malinche einquartiert. Ein wunderschönes Hotel in einem alten, aber komplett frisch renovierten Kolonialhaus mit riesigem Patio und Pool. Ja, etwas Luxus gönnen auch wir uns ab und zu auf unserer Reise ;-) An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich bei Fanki + Trix, Käthi + Phippu und Pidu, unseren grosszügigen Hotelsponsoren hier in Granada.

Hier in Granada ist es uns puddelwohl. Deshalb haben wir beschlossen, die bevorstehenden Weihnachtstage hier zu verbringen und von den guten Möglichkeiten, sich kulinarisch verwöhnen zu lassen, rege Gebrauch zu machen.

Sonntag, 20. Dezember 2009

zurück in managua ...

Nach wunderschönen Tagen auf Corn Island sollte es am letzten Freitag Morgen in etwas mehr als einer Flugstunde und einem Zwischenstopp in Bluefileds zurück nach Managua gehen. Aber eben, einmal mehr habe ich hier bewusst den Konjunktiv gewählt, denn aus der eigentlich kurzen Reise ist einmal mehr eine lange Angelegenheit geworden. Der Abflug auf Corn Island erfolgte mit nur 20 Minuten Verspätung schon fast verdächtig pünktlich und alles schien ein Tag nach Mass zu werden.



Wir freuten uns auf die frühe Ankunft in Managua, weil wir noch einiges zu erledigen gewillt waren. Nach rund 20 Minuten Flug erfolgte eine kurze Zwischenlandung in Bluefields, um noch einige weitere Passagiere einsteigen zu lassen. Gut beladen mit Weihnachtsdekorationen für die Verwandeten in der Stadt haben diese das Flugzeug dann auch bestiegen, aber leider liess sich der rechte Propeller des Flugzeuges einfach nicht mehr starten. Also, alle wieder aussteigen und warten, warten, warten ... Nach zwei Stunden landete dann endlich ein noch kleineres Flugzeug mit zwei Mechanikern, welche sich dem Problem auch sofort angenommen haben. Nach drei Stunden haben dann einige Passagiere langsam die Nerven verloren, doch der äusserst sportliche Pilot (vgl. Bild) hat es sehr gelassen genommen. Auf einer Landebahn irgendwo am Ende der Welt hat man halt nicht viele Alternativen und wenigstens konnte man im klimatisierten Wartesaal Kaffee kaufen.



Wie dem auch sei, die zwei Mechaniker haben es auf jeden Fall geschafft, den Motor wieder zum Drehen zu bringen und um 14.15 Uhr - nach 5 Stunden geduldigem Warten - ging es im reparierten Flugzeug und mit gemischten Gefühlen richtig Managua, wo wir nach 50 Minuten Flugzeit bei wunderbarer Aussicht (die wir mit zunehmender Flugdauer auch wieder besser geniessen konnten) heil und gut gelandet sind.

Donnerstag, 17. Dezember 2009

corn islands ...

Das kleine Propellerflugi der Airline La Costeña hat uns am vergangenen Montag von Bluefields sicher und ruhig auf die Big Corn Island gebracht. An dieser Stelle gilt unser herzliches Dankeschön den Sponsoren dieses Fluges: Nina, Candy, Deo und Chrigu (alias Keule). Die Corn Islands sind zwei Inselchen, die rund 70 Kilometer vom Festland entfernt im karibischen Meer liegen und zu Nicaragua gehören. Die Big Corn Island hat eine Fläche von rund 10 Quadratkilometern, wobei die Landpiste des Flughefens einen ziemlich grossen Teil beansprucht. Der Rest ist einfach pure karibische Idylle wie aus dem Bilderbuch. Weisse Sandstrände, türkis farbenes Wasser und Palmen. Ein Teil der Inselbewohner verbringt den Tag mit dem Fischen von Shrimps und Lobster. Der grössere Teil aber bringt die Zeit im Schatten schlafend über die Runden.

  

Obschon hier und dort irgend an einem Cabaña herum gebastelt wird, gehören die Corn Islands zu den Orten, die touristisch noch nicht überlaufen und total ausgeschlachtet sind. Neben den eher bescheidenen Bretterbuden der Einheimischen gibt es nur beschränkt Möglichkeiten für etwas gehobenere Ansprüche. Wir haben uns im Paraiso an einer der wenigen besseren Adressen niedergelassen. Da kommt nach den letzten Tagen wieder einmal so richtig Flitterwochen-Stimmung auf! Organisation und Struktur vertragen sich bekanntlich wie Hund und Katze mit dem lockeren "laid back" Lebensstil der Karibik. Das scheint es eigentlich nur klar, dass das Paraiso von einer holländischen Familie mit viel Geduld und Kreativität betrieben wird. An dieser Stelle könnten wir ein ganzes Buch von Absurdem und Kurisosem erzählen, denen wir hier im Alltag begegnen und die für uns mit unserer Herkunft nur schwer nachvollziehbar sind. Aber die Fremden und die Gäste hier sind wir und irgenwie funktioniert es ja dann doch. Es braucht einfach Zeit... und die hat man hier zur Genüge!

Apropos Zeit, unsere Zeit hier auf Corn Island ist morgen leider bereits wieder abgelaufen. Aus heutigem Blickpunkt würden wir gerne noch einige Tage anhängen, aber die Flüge zurück sind bereits seit einigen Wochen gebucht. Der Abschied von schönen Orten gehört halt auch zum Reisen. Dafür hat man immer auch die Vorfreude auf das Neue und Unbekannte... und darauf freuen wir uns sehr.

Wir bedanken uns an dieser Stelle auch ganz, ganz herzlich bei Padle, Ulf, Karin und Rene (alias Runzel) für das Sponsoring der Rückflüge nach Mangua. Wir sind Euch sehr dankbar, dass wir direkt nach Managua fliegen können und uns damit den beschwerlichen Rückweg über Bluefields und El Rama ersparen können :-)

Mittwoch, 16. Dezember 2009

vom eingang zur hölle ans ende der welt ...

  

Von Managua aus haben wir den Vulkan Masaya besucht. Dieser ist zwar nur einige hundert Meter hoch und hat auch nicht eine perfekte konische Form, dafür ist er immer noch sehr aktiv. Gemäss einer Sage der Ureinwohner in Nicaragua, soll der Vulkan Masaya der Eingang zur Unterwelt sein. Um den Gott des Feuers milde zu stimmen, wurden früher schöne Frauen geopfert, indem sie einfach in den Schlund des Kraters geschmissen wurden. Aber keine Angst, ich habe Vroni trotz ihrer Schönheit wieder mit genommen. Der Blick hinunter in die tiefe Krateröffnung und der Geruch des aufsteigenden Schwefels haben uns sehr beeindruckt. Beeindruckt haben uns aber auch die sehr ausgeklügelten und professionellen Warnungen und Sicherheittips, welche den Besuchern am Eingang des Parks abgegeben werden. So müssen alle Fahrzeuge am Kraterrand (ja, man kann bequem mit dem Taxi hoch fahren) mit Abfahrtsrichtung gegen das Tal parkiert werden - offenbar dass bei einem Vulkanausbruch nicht noch unnötigerweise gewendet werden muss. Auch der Hinweis, dass man sich bei einer Erruption am besten unter dem Fahrzeug schützt, hat uns bei unserem Taxi mit rund 30 Zentimeter Bodenfreiheit nicht ganz überzeugt. Egal, der unerwartete Ausbruch blieb glücklicherweise bei unserem Besuch aus und wir sind heil nach Managua zurückgekehrt.

Von Managua ging es am nächsten Morgen früh mit dem Bus nach El Rama. Die Strasse in den Osten von Nicaragua ist seit etwa drei Jahren zwar asphaltiert, aber trotz modernem Bus und Teerstrasse sind aus den angekündeten 5 dann trotzdem fast deren 8 Stunden geworden. In El Rama enden dann alle Strassen und wer weiter an die Karibik will, muss auf ein Boot umsteigen. Und genau das wollten wir und nach einer, für hiesige Verhältnisse kurzen Wartezeit von rund 50 Minuten haben wir dann zusammen mit etwa 12 anderen Passagieren ein kleines Boot bestiegen, welches und den Rio Escondido hinunter nach Bluefields brachte. Nachdem alle eine Schwimmweste gefasst hatten und das Gepäck mit einem Plastik gedeckt war, hat der Capitano seinen 200 PS Bootsmotor gestartet und los ging die rasante und rauhe Fahrt flussabwärts los. Die 200 PS und die damit verbundenen Schläge in den Rücken sind aber durchaus nötig, denn bis Bluefields sind es mehr als 90 Kilometer und nach fast 2 Stunden Fahrt haben wir dann Bluefields an der Karibikküste kurz nach dem Eindunkeln erreicht.



Auf uns wartete ein Tag in Bluefields, denn wir endlich wieder einmal gemütlich mit Kaffee trinken, Postkarten schreiben und E-Mail beantworten verbringen wollten. Wie so oft existieren aber zwischen dem Wollen und dem Können grosse Unterschiede und so ist es auch an diesem Sonntag in Bluefields gekommen. Die ganze Stadt war fast den ganzen Sonntag ohne Strom, ein gemütliches Beizli mit Kaffee gibt es nicht und auch Postkarten sind nicht erhältlich. So haben wir dann halt einen grossen Teil des Tages auf der Veranda unseres Hotels verbracht und das Geschehen auf der Strasse beobachtet. Bluefields wurde wie die gesamte Karibikküste ursprünglich von Piraten und Freibeutern besiedelt und war danach lange unter britisches Protektorat. Aus diesem Grund wird hier auch heute noch so etwas wie Englisch gesprochen und die Mehrheit der Bewohner hat afrikanische Wurzeln, von Familien, die ursprünglich von den Briten als Sklaven herbegracht wurden. Leider wird Bluefields ausserdem so alle paar Jahre von einem Hurrikan zerstört und zusammen mit der Piratenvergangenheit und der extrem hohen Arbeitslosigkeit und Armut ergibt das eine Kombination, die trotz Palmen und karibischem Flair alles andere als einladend wirkt. Unvergessen bleibt uns auch die Frage eines desillusionierten Touristen in unserem Hotel, was man denn hier in Bluefields unternehmen könne. Die einzig richtige Antwort ist: Nichts! Ja, eigentlich gibt es keine rationalen Gründe, Bluefields zu besuchen... ausser man will auf die Corn Islands.

Donnerstag, 10. Dezember 2009

servicio expreso ...

 

Heute gings mit dem Bus weiter von León nach Managua. Bei der telefonischen Buchung des Hotels in Managua wurde uns mitgeteilt, dass das Check-In vor 13.00 Uhr nicht möglich sei. Es war also keine Eile angesagt, denn der reguläre Bus benötigt für die Strecke etwa zwei Stunden. Nachdem wir also noch genüsslich einen Kaffee getrunken haben, sind wir etwa um 10.00 Uhr am Busterminal eingetroffen. Zu unserer Freude haben wir festgestellt, dass es neben dem servicio ordinario auch einen servicio expreso gibt, der zwar etwas teurer ist (in diesem Fall 80 Rappen pro Person), der dafür aber wesentlich schneller sei, weil er unterwegs nicht andauernd anhält. Also, nichts wie los und rein in den Expresso. Manchmal funktionieren Dinge hier aber anders, als man (mindestens als Gringo) denkt. Nicht, dass der Bus sehr langsam gefahren wäre. Nein, schnell war er, sehr schnell sogar! Aber bis er endlich losgefahren ist! Wir haben gut und gerne eine Stunde im Bus an der prallen Sonne gewartet, bis der Bus dann bis auf den letzten Platz gefüllt war. Nachträglich eigentlich klar, weil der Expresso dann unterwegs nicht mehr still hält, um weitere Passagiere mitzunehmen.

Bachnass und klebrig sind wir dann um 14.00 Uhr im Hotel unserer Wahl in Managua eingetroffen. Unsere Gemüter haben sich sofort wieder aufgehellt. Ein richtig schmuckes Örtchen mit schönen und grosszügigen Zimmern und einem wunderbaren Garten. Unseren ursprünglichen Plan, nur eine Nacht in Managua zu bleiben, haben wir jedenfalls sofort verworfen. Wir werden morgen die Stadt Masaya und den gleichnamigen Vulkan als Tagesausflug von hier aus besuchen und noch eine weitere Nacht im Hotel Los Cisneros verbringen.

Mittwoch, 9. Dezember 2009

corte nicaragüense ...

Gerne hätte ich (Stephan) an unserem Hochzeitstag natürlich ausgschlafen. Das war aber nicht möglich, weil mich der Ädu Dill um 07.30 Uhr angerufen hat, weil alle Wünsche in unserem Wunschbuch bereits vergeben waren. Nun gut, ich habe ihm verziehen. Ädu und Celia haben sich ja dann auch etwas ganz Spezielles einfallen lassen. Wir zitieren: "Wir wünschen Euch beiden sensationelle und unvergessliche Eindrücke auf Eurer Reise. Nun damit man eben diese auch mit eigenen Augen aufnehmen kann, scheint es denn auch sinnvoll, mal die Haare, welche die Lueger verdecken könnten, zu schneiden. Damit Ihr dies auch bei einem richtigen ausgebildeten Coiffeur und nicht von einem Schäfer tun könnt, werden wir Euch Euren Kassenstand etwas anheben!"

Euer Wunsch sei uns Befehl und so hat sich Stephan heute in die Hände eines wahren Meisters seines Faches begeben. Das Resultat überzeugt auf der ganzen Linie und besticht durch Eleganz, Präzision, Haarwasser und viiiiiel Brillantine. Exklusiv (und absolut ohne Schamröte) zeigen wir unseren lieben Lesern den Fotobeweis.

VORHER


NACHHER


Wir bedanken uns an dieser Stelle ganz herzlich bei Celia und Adrian für das Sponsoring dieser tollen Frisur.

P.S. Vroni liebt mich immer noch und sogar noch mehr (hat sie selber gesagt)!

Dienstag, 8. Dezember 2009

heilige maria ... !!!

Kein Wunder, haben wir am 6.12 vom Samichlous nicht viel bemerkt, denn die Post geht hier in Nicaragua erst in der Nacht vom 7.12 auf den 8.12 so richtig ab. Maria Empfängnis wird hier während zwei Tagen (arbeitsfreie Tage natürlich) richtig ausgiebig gefeiert. Dabei wurden wir Zeugen von einem Brauch, den wir in der Schweiz zwar nicht kennen, der uns aber wie eine Mischung zwischen Adventsfenster und Samichlous vorkommt. In vielen (wohl eher reichen) Häusern in der Stadt und in den Gebäuden der Verwaltung werden zur Ehre von Maria spezielle Altare aufgebaut und in der Nacht hell beleuchtet. Der Blick von der Strasse durch die Fenster sieht dann etwa so aus:

 

Die ganze Stadt ist an diesem Abend auf den Starssen, um sich die Fenster anszuschauen. Vor allem die Kinder schreien dann durch die offenen Fenster: Quien causa tanta alegria? (Wer sorgt für soviel Freude?) Diese Frage wird dann im Haus mit La concepción de Maria! (Marias Empfängnis!) beantwortet und zusätzlich werden den Kindern dann Süssigkeiten, Früchte oder kleine Geschenke durch die Fenster gereicht.



Unglaublich, welche Histerie so eine Schwangerschaft auslösen kann :-) Was aber in Zentralamerika bei keiner Feier fehlen darf, ist offenbar Feuerwerk. Zur Eröffnung der Feierlichkeiten rund um Marias Empfängnis wurde gestern um 18.00 Uhr im Parque Central vor und vor allem auch inmitten von hunderten begeisterten Zuschauern wie wild geballert.

Montag, 7. Dezember 2009

león ...

León ist eine gut erhaltene, schöne Kolonialstadt im Norden von Nicaragua. Hier befindet sich auch die grösste und älteste Kathedrale in Mittelamerika. Gemäss Wikipedia gilt León als intellektuelle Metropole Nicaraguas und steht traditionell für das liberale Element des Landes. Die Stadt ist die Heimat des berühmten Dichters Rubén Darío und stand 1978/79 im Zentrum der sandinistischen Revolutionskämpfe. Dieser geschichtliche Hintergrund ist auch heute noch omnipräsent beim Spaziergang durch die Stadt. Insbesondere die sogenannten Murales (Wandmalereien) zeugen von der Revolution und vom Gedankengut der Mehrheit in diesem Teil des Landes.

Der ehemalige Anführer der Sandinisten, Daniel Ortega, wurde übrigens vor zwei Jahren wieder zum Präsidenten Nicaraguas gewählt. Ob das nun gut oder schlecht ist, können wir zwar nicht beurteilen, aber mindestens lässt sich mit dieser Wahl eine politische Tendenz erkennen, die auch in anderen Ländern Lateinamerikas beobachtbar ist. Natürlich verzichten wir hier auf eine persönliche Stellungnahme, obschon es den Stephan in den Fingern juckt :-)


Mit herzlichen Grüssen aus León bedanken wir uns speziell bei Marco, Sandra und Pitsch für das Sponsoring der Übernachtungen in dieser interessanten und lebendigen Stadt. Muchas gracias!

  

Sonntag, 6. Dezember 2009

bienvenidos a nicaragua ...

  

Die letzten beiden Tage durchreisten wir den Osten von El Salvador, den südlichen Zipfel von Honduras und sind gestern Abend müde, aber gesund und guten Mutes in León, Nicaragua angekommen. Alleine von diesem Reiseabschnitt gäbe es ganz viel zu erzählen, immerhin haben wir zweimal eine Landesgrenze überquert, sind in den Genuss von mehr oder weniger komfortablen Transportmitteln gekommen und haben sicher mindestens 3 Liter Flüssigkeit durchs Schwitzen verloren. Auch hier in León sind die Temperaturen unglaublich hoch und obschon im Moment bei uns schon 19.00 Uhr und stockfinster ist, drückt es uns hier im Internetcafé nur so die Schweissperlen auf die Stirn - ausserdem stinkt es derart, als wären wir eher auf einem Fischmarkt. Wir wollen uns deshalb kurz fassen...

Vroni ist vom ersten Eindruck der Stadt und der Leute sehr positiv angetan. Das freut natürlich Stephan exterm, weil für ihn Nicaragua ja so etwas wie das heilige Land darstellt. Nicht, dass er seine Gemahlin unter Druck gesetzt hätte. Nein, aber die Unterschiede z.B. zu El Salvador sind offensichtlich. Die positive Energie der Leute hier ist in allen Lebensituationen spür- und erkennbar. Hier in León versteckt sich niemand hinter Betonwänden mit Stacheldraht, an jeder Ecke wird nett gequatscht und die Leute sind offen, aufgeschlossen und neugierig. Ausserdem freuen wir uns, dass wir uns auch abends wieder frei bewegen können. Ja, und dann wäre da noch die Kultur, die jüngere Geschichte mit der Revolution und und und ... dazu vielleicht später mehr ;-) Wir wollen nicht noch weitere 3 Liter Flüssigkeit verlieren...

Wir wünschen allen (nachträglich) einen zufriedenen Sonntag mit dem Samichlous und anstelle einer Rute oder Schelte besser liebe Worte und viele Leckereien. Vom Samichlous haben wir übrigens bis jetzt (ausser auf der speziellen Coca-Cola Büchse zu Weihneachten) noch nicht viel bemerkt. Wer weiss, vielleicht begegnen wir ihm heute Abend noch ...

Donnerstag, 3. Dezember 2009

weiter auf der glückswelle ...

Nein, der Sufer links auf dem Bild ist nicht Stephan und auch nicht Vroni. Das schaffen wir trotz sechs Tagen am Strand von El Tunco dann doch nicht. Aber auch wir beide reiten weiter auf der Glückswelle. Die letzten Tage haben wir uns bewusst etwas Zeit genommen, um all die vielen positiven Eindrücke der ersten Wochen einmal zu verarbeiten. Wow, wir durften bereits so viel sehen und erleben! Und bist jetzt hat eigentlich auch fast alles so funktioniert, wie wir und das gewünscht und vorgestellt haben - wenn man dann die Riesenameisen in den Kopfkissen, der grüselig grosse Frosch vor der Türe, der defekte Bus bei rund 40 Grad, die vergebliche 45-minütige Busfahrt zum leeren Bankomat oder die Baustelle direkt neben dem Zimmer ausblendet. Aber eben, gerade diese Erlebnisse sind das Salz in der Suppe aller Reisenden und gestalten unseren Alltag weiterhin abwechslungsreich.

Wir hoffen natürlich weiterhin auf "gute Wellen", auch wenn wir morgen El Tunco verlassen und Richtung Osten weiterreisen, um dann durch Honduras in rund drei Tagen nach Nicaragua zu gelangen. Wir werden Honduras am südlichen Zipfel nur kurz durchqueren, mehr liegt (leider) aus zeitlichen Gründen nicht drin. Das ist vielleicht aber auch gut so, denn nachdem im vergangenen Juni in Honduras der Praesident weggeputscht wurde, ist die Situation noch etwas angespannt. Vor zwei Tagen wurden zwar Wahlen durchgeführt, dabei wurde aber weder der ehemalige Praesident noch der Putschführer gewaehlt, sondern ein lachender Dritter. Selbstverstaendlich wirft man sich im Moment gegenseitig Wahlbetrug vor. Hier in Zentralamerika hat man als Tourist eigentlich nichts zu befürchten, aber Lust auf unzaehlige Kontrollen, Massendemonstrationen, Einschraenkungen im Verkehr oder gar Ausgangssperre haben wir dann doch nicht... Also, auf nach Nicaragua!