Samstag, 14. November 2009

ya terminamos la escuela ...

Jeweils am Freitagabend werden in der Sprachschule diejenigen Estudiantes verabschiedet, die die Schule verlassen. Gestern waren (leider) bereits wir an der Reihe. Die Zeit hier verging wie im Fluge und wir nehmen neben unseren erworbenen Spanischkenntnissen vor allem auch viele wertvolle Eindrücke und Erfahrungen mit auf unsere weitere Reise. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Michaela, Peggy, Katrin und Tinu für das Sponsoring unserer zweiten Woche in der Sprachschule. Muchas gracias, muy amable! Unsere Reise soll uns, sofern dann alles klappt, morgen Sonntag in den Süden von Mexico führen. Ein langer und sicher auch interessanter Tag steht uns also bevor. Wir wünschen allen einen geruhsamen Sonntag und hasta pronto desde Mexico ...

Freitag, 13. November 2009

dinieren wie die fürsten ...

Gemäss unserem Wunsch Nr. 6 durften wir gestern Abend unsere Gastfamilie zum Nachtessen ausführen.Wir haben es Aida, Saul und Cesar überlassen, ein Restaurant ihrer Wahl für das Essen auszusuchen. Nachdem Saul irgendwo einen klapprigen Pickup mit noch funktionierendem Motor aufgetrieben hatte, die Damen vorne und Stephan mit Cesar auf der Ladefläche Platz genommen haben, ging es quer durch die Stadt in irgend eine offenbar sehr beliebte Churrascaria (Fleischschuppen). Das hat neben unserer Gastfamilie natürlich auch Stephan sehr entsprochen. Auch Vroni liess sich aber nicht lumpen und hat kurzerhand zwei grosse Spiesse Lomito verdrückt. Alles in allem ein sehr gelungener und amüsanter Abend, wofür wir uns ganz herzlich bei Andrea und Res bedanken möchten. Vor unserem Dinner haben wir der Gastfamilie die Sponsoren des Abends noch auf unseren Hochzeitsfotos vorgestellt ;-)

Weil auch in der Fremde ein wenig Heimat manchmal sein muss, sind wir übrigens in den letzen zwei Wochen quer durch Quetzaltenango von einer Tienda zur anderen und von einer Panaderia zur anderen gehetzt, um irgendwo etwas Hefe aufzutreiben. Die spanische Bezeichnung dafür - la levadura- werden wir bestimmt nie mehr vergessen ... Das "No, no hay!" als Antwort auf unsere Nachfrage nach levadura aber auch nicht. Unsere Bemühungen wurden aber dann doch noch belohnt und wir wurden stolze Besitzer einer Tüte Trockenhefe (und eben nicht Backpulver). Was dann Vroni daraus gezaubert hat, lässt sich durchaus sehen und hat unsere guatemaltekische Familie ins Staunen gebracht.

Donnerstag, 12. November 2009

qué divertido el fútbol es ...

Heute können wir von einer ganz neuen Erfahrung berichten. Gestern Abend haben wir das Fussballspiel Xelaju M.C. (Quetzaltenango) gegen Club Marquense (San Marcos) in der höchsten guatemaltekischen Liga besucht. Es ging um sehr viel, denn Xelaju hatte sein letztes Auswärtsspiel unglücklich 1:0 und damit die Leaderposition in der Tabelle verloren. Der Schiedsrichter pfiff in der 93. Minute einen Penalty gegen Xelaju und liess ihn nach einem ersten gescheiterten Versuch des gegnerischen Stürmers aus unerklärlichen Gründen wiederholen. Ja, so laufen die Dinge halt hier! Auf jeden Fall aber wollte das Team gestern gewinnen und damit zurück an die Tabellenspitze. Bedingt durch die Wichtigkeit der Partie pilgerten dann auch ungefähr 3500 Zuschauer ins Stadion, dass nicht viel grösser als die Renkmatte in Langenthal ist. Zuerst war uns schon etwas mulmig zu Mute, aber nachdem wir auch viele Frauen und Kinder im Publikum erspähten, legten sich unsere Bedenken schnell. Uns wurde auch versichert, dass bedingt durch die eher hohen Eintrittspreise (ca. 5 Fr.) nur "anständige" Leute ins Stadion kämen und Gewalt in den Stadien hier kein Thema sei. Das war so auch absolut richtig und was wir im Anschluss erlebten, war irgend etwas zwischen Fasnacht und Volksfest. Die Zuschauer tanzen, schreien sich die Stimmbänder heiser (für uns eine Gratislektion aller spanischen Schimpfwörter) und gehen emotional einfach so richtig mit - so wie ich es bis anhin nur von Tanghi kurz vor einer YB-Niederlage kannte ;-)

Die Partie war spielerisch dann eher magere Kost und Xelaju hat schlussendlich verdient 3:1 gewonnen. Für die Leaderposition hat es dann leider doch nicht ganz gereicht, weil in einem anderen Match irgend eine andere Mannschaft in der 93. Minute durch ein Eigentor des Gegners unerwartet und überraschend 1:0 gewonnen hat. Nun ja, diese 93. Minute scheint hier etwas Magisches an sich zu haben - oder wohl doch eher etwas Korruptes ...

Für alle Fussballfreunde in der Schweiz hier noch ein kurzes Video als Beitrag zur Diskussion über die Sicherheit in den Stadien (die ja in der Schweiz im Moment sehr heftig geführt wird). Bitte Video laut abspielen!



P.S. In einem Punkt sind uns die Guatemaltecos aber voraus. In den Stadien hier wird kein Alkohol verkauft. Es ist sicher auch besser so ...

Dienstag, 10. November 2009

über die zuverlässigkeit der post ...

Liebe Familie, geschätzte Freundinnen und Freunde

Wir haben uns zum Ziel gesetzt, all die Hochzeitsgeschenke und die erfüllten Wünsche aus unserem Wunschbuch auch schriftlich mit einer Postkarte zu verdanken. Einige Karten sind bereits unterwegs und haben vielleicht die Empfänger bereits erreicht. Da die Post aber nicht überall auf der Welt so reibungslos wie in der Schweiz funktioniert, ist es durchaus möglich, dass vereinzelte Karten nicht ankommen. Zum besseren Verständnis der Dinge hier, erzählen wir gerne von unseren bisherigen Erfahrungen mit der guatemaltekischen Post.

Briefmarken gibt es hier eigentlich nirgends zu kaufen und sie scheinen absolute Mangelware zu sein. Beim ersten Versuch an Briefmarken zu gelangen, wurden wir auf der Post in Antigua angewisen, die Postkarten zuerst zu schreiben und dann vorbei zu bringen. Gesagt, getan. Auf der Post wurden dann die Karten vor unseren Augen mit einem grossen Stempel versehen, nachdem wir das Porto beglichen haben. Das erschien uns sogar clever. Warum überhaupt Marken, wenn doch eigentlich ein offizieller Stempel reicht? Ok, evtl. braucht es Briefmarken für die unzähligen Sammler dieser Welt. Egal, wir waren happy, bis wir weitere Karten auf der Post in Panajachel stempeln lassen wollten. Dort wurde uns erklärt, dass ein Stempel nicht ausreiche, wir aber das Porto gerne bezahlen dürften und unsere Karten dann verschickt würden, sobald wieder Marken verfügbar seien. Wir haben die Post verlassen und waren uns einig, dass die Karten im Kübel und das Geld in der Hosentasche des Postbeamten gelandet ist. Das hat uns nicht davon abgehalten, drei Tage später weitere Karten zur gleichen Post zu bringen. Ein anderer Postbeamte verweigerte die Annahme der Karten an diesem Donnerstag zuerst mit der Begündung, dass Briefmarken nicht vor Montag verfügbar seien. Nach unserem Hinweis, dass wir am Montag nicht mehr hier seien, hat er uns wiederum angeboten, das Porto zu bezahlen und die Karten dann zu verschicken, sobald er im Besitze dieser raren Marken sei. Quasi als Bewies, holte er einen Stapel nicht verschickter Post unter dem Tresen hervor und siehe da, da waren tatsächlich auch unsere Karten dabei, die wir bereits verloren glaubten. Nun ja, so läuft es hier. Wir hoffen, dass die Mehrzahl unsere Karten den Weg in die Schweiz findet, mit oder ohne Briefmarken, mit oder ohne Stempel - das ist uns eigentlich egal ;-)

Montag, 9. November 2009

unser wochenende in kürze ...

Schon wieder ist Montag und wir sind mit der Schule und unseren Hausaufgaben ziemlich ausgelastet ;-) Deshalb hier die wichtigsten Informationen und Ereignisse des vergangenen Wochenendes in Kürze:

Samstagmorgen, 06.00 Uhr, Aufstieg zum Vulkan Chikabal - Wetter entgegen unserer Erwartung gut, Anstieg steil und mühsam, dafür relativ kurz, Aussicht fantastisch, beide Kopfweh am Nachmittag (wohl von der Höhe), gehen nach kurzem Nachtessen früh ins Bett.





Sonntagmorgen: Hurra die Sonne scheint - dafür Stromausfall in der ganzen Stadt bis am Abend - alle Kaffeemaschinen out of order (sehr schlimm!) - zum Glück kocht man hier mit Gas, sonst hätten wir wohl nichts Warmes in den Bauch gekriegt.





Sonntagabend - Wir kochen für unsere Gastfamilie Rösti und Ratatouille - Ratatouille perfekt und die Rösti schmeckt gut, aber die gewünschte Kruste klebt leider in der Sch....pfanne und nicht an den Kartoffeln - die Gastfamilie hat trotzdem Freude und wir fünf verdrücken rund 1.5 kg Kartoffeln plus Speck.

Freitag, 6. November 2009

gutes schuhwerk für schlechtes wetter ...

Leider giesst es hier in Quetzaltenengo immer noch praktisch ununterbrochen wie aus Kübeln. Da sind wir natürlich froh über unser passendes Schuhwerk. Wir bedanken uns ganz herzlich bei Beatrice und Beat, welche uns mit der Erfüllung der Wunschzettel 63 und 64 trockene und warme Füsse bescheren. Das Foto links ist übrigens in unserem Zimmer bei der Gastfamilie entstanden. Der aufmerksame Beobachter bemerkt sicher auch den runden hellen Fleck zwischen unseren "zapatos". Wenn man dann mit der Kamera näher zoomt, erkennt man besser, was es mit dem (einem von vielen) hellen Fleck auf sich hat.



Ja, unten in der mechanischen Werkstätte reparieren die Jungs gerade ein weisses Büssli ... und wir sind hautnah dabei! Wie vor einigen Tagen bereits erwähnt, stört uns aber weder die Werkstatt noch der Regen gross, da wir jeweils morgens in der Schule sind und am Nachmittag schön artig unsere "tareas" (Hausaufgaben) erledigen. Ja, nun sind wir bereits seit einer Woche hier in Quetzaltenango und wir haben uns sehr gut eingelebt. Die Stadt hinterlässt bei uns einen emsigen aber doch friedlichen Eindruck. Die Schule erleben wir als sehr professionell und unsere Gastfamilie ist sehr besorgt um uns und bekocht uns wirklich hervorragend. Stephan hat sich sogar bereits ein kleines Bäuchlein angefressen - und das ist bestimmt nicht vom Bier, den zum Bier trinken bleibt uns neben der Schule fast keine Zeit. Indianerehrenwort ;-)

Nachdem wir auf unserer bisherigen Reise bereits einige Vulkane von weitem gesehen haben, nehmen wir jetzt morgen Samstag organisiert durch die Schule unseren ersten Aufstieg unter die Füsse. Unser Ziel heisst Chikabal, ein inaktiver Vulkan mit einer Lagune im Krater, etwa 20 km westlich von Quetzaltenengo. Der Vulkan hat eine Höhe von 2712 Metern, weshalb wir eigentlich keinen allzu anstrengenden Tag erwarten - immerhin sind wir hier ja bereits auf 2300 Metern ;-)

Wir wünschen allen ein erholsames und schönes Wochenende.

Donnerstag, 5. November 2009

estamos estudiando ...

El lunes pasado empezamos en nuestra escuela de español aqui en Quetaltenango. La escuela se llama Proyecto Lingüistico Quetzalteco. Cada dia tenemos cinco horas en clase, de las 08.00 hasta las 13.00. Veronica está estuduando con la maestra Rosario (es una mujer) y Esteban está con Miguel. Cinco horas comunicando y aprendiendo palabras y verbos es muy duro, pero hacemos avances cada dia! Les mandamos saludos desde Xela!

An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich bei Nina, Bruno, Katrin und Tinu, die uns mit der Erfüllung unserer Wünsche 2 und 4 bei dieser grossartigen (aber auch anstrengenden) Erfahrung unterstützen. Muchas gracias! Es sind noch keine Meister- und Meisterinnen vom Himmel gefallen und man möge uns die Fehler in obigem Text verzeihen ;-)

So sieht es übrigens in der Schule aus.

 

Die meisten Schulpulte befinden sich im Patio und unabhängig von den Temperaturen und vom Wetter wird pickelhart gebüffelt. Ja, und das Wetter ist nach wie vor alles andere als tropisch! Es regnet fast ununterbrochen (was eher untypisch sei für diese Jahreszeit, behaupten mindestens unsere Lehrer) und das Thermometer fällt ab und zu durchaus auf unangenehme 12 Grad! Meinen ehemaligen Arbeitskollegen im RAU entsende ich die besten Grüsse mit dem Hinweis auf den Töggelikasten, der auch hier nicht fehlen darf (Foto links).

A propos Wetter - aufmerksam verfolgen wir die Entwicklung des Hurrikans Ida, der im Moment über Nicaragua und Honduras fegt und dort leider bereits grössere Evakuationen und Schäden verursacht hat. Wir sind zwar genug weit weg und können somit Entwarnung geben, aber Nicaragua und vor allem auch dessen karibische Küste gehören eigentlich noch zu unseren geplanten Reisezielen im Dezember. Wir werden sehen, eins nach dem andern...

Montag, 2. November 2009

unser neues zuhause ...

Liebe Leserinnen und liebe Leser
Eines vorne weg. Heute wollen wir Euch nicht mit aktuellen Fotos versorgen, denn ihr habt sicher Verständnis dafür, dass wir unsere Gastfamilie hier in Quetzaltenengo nicht als erstes gleich abgeknipst haben. Wir berichten aber sehr gerne darüber, dass wir in der Familie von Señora Aida Hernandez ganz, ganz herzlich aufgenommen wurden. Die Familie lebt erwartungsgemäss für unser Verständnis in ziemlich einfachen Verhältnissen, aber wir werden uns bestimmt schnell daran gewöhnen. Unser Zimmer ist gelinde ausgedrückt doch sehr spartanisch eingerichtet und andere frisch Vermählte haben bestimmt eine andere Vorstellung ihrer Flitterwochen. Vroni scheint aber (inzwischen) sehr zufrieden zu sein und dafür liebe ich sie sehr! Unser Zimmer liegt direkt über einer Autowerkstatt und durch die Astlöcher im Bretterboden können wir das Geschehen unten in der Werkstatt gut beobachten. Zum Glück beginnt die Arbeit unten erst um 08.30 Uhr, wenn wir bereits eine halbe Stunde in der Schule Vokabeln büffeln. Auch haben wir fliessendes Wasser, welches in der Dusche mittels elektrischem Durchlauferhizer leicht aufgewärmt wird. Immer wenn jemand unter der Dusche steht, verfügt das ganze Haus dann nur noch über die halbe Lichtstärke bei der Beleuchtung. Ach ja, es regnet immer noch viel hier und unsere warmen Kleider haben weiterhin Hochkonjunktur. Auch den ersten Schultag haben wir bereits hinter uns gebracht und unsere Eindrücke sind durchwegs positiv. Wir halten Euch weiterhin auf dem Laufenden.
Saludos desde Xela - hasta pronto
Vroni & Stephan

Sonntag, 1. November 2009

quetzaltenango - klimaschock und schlaflose nacht ...

Wir sind gut und sicher in Quetzaltenago angekommen, der Stadt, in der wir die kommenden zwei Wochen eine Sprachschule absolvieren werden. Die Fahrt war toll - wunderbare Aussichten und angenehme Temperaturen. Da war noch alles in Ordnung. Doch kaum sind wir in Xela (so wird Quetaltenango auch genannt) angekommen, beginnt der Schlamassel. Das von uns im Reiseführer ausgesuchte Hotel existiert nicht mehr und der Taxichauffeur will wissen, wo er uns den jetzt absetzen soll. Getreu dem Motto "Flucht nach vorne" entscheiden wir uns für eine sehr gute Adresse, die eigentlich weit über unserem Budget liegt. Das Zimmer erweist sich dann doch nicht als sooo toll, aber egal, wir bleiben ja nur eine Nacht und morgen werden wir bei unserer guatemaltekischen Gastfamilie einziehen. Dafür sind inzwischen dunkle Gewitterwolken aufgezogen und tout juste auf unserem ersten Speziergang durch das Zentrum beginnt es massiv zu pi.... - und zwar was das Zeug hält. Ok, das darf man auf 2300 Metern über Meer nicht ausschliessen, aber dass das Thermometer dabei gleich noch innerhalb von Minuten auf gefühlte 10 Grad fällt...

An dieser Stelle bedanken wir uns ganz herzlich bei Hansueli, Damian und Lisä. Sie haben uns aus unserem Wunschbuch unsere neuen Hightech-Thermojacken spendiert, die wir in diesem Moment subito aus dem Rucksack zaubern und die uns jetzt vor dem sicheren Erfrierungstod bewahren.

Die wärmende und trocken haltende Wirkung der Jacken ist aber fast der einzige Lichtblick an diesem Samstag. Ok, die wärmende Suppe zum Znacht war auch nicht schlecht, aber dann nimmt das Desaster seinen Lauf. Müde von der Reise legen wir uns schon um 21.00 Uhr in die Betten unseres Luxuszimmers. Das heute Nacht Halloween gefeiert wird und das ganz ausgiebig vor allem in der Disco quer über die Strasse, daran haben wir bei unserer Flucht nach vorne im Taxi nun wirklich nicht auch noch gedacht. An Schlaf ist in dieser Nacht kaum zu denken! Aber wie so oft in Zentralamerika (und auch im Leben), folgt nach dem Regen wieder Sonnenschein und der heutige Sonntag hat uns mit eben diesem willkommen geheissen.

Eine kleine Beobachtung am Rande: Und hätte gestern noch der Blitz im Hotel eingeschlagen, wir wären jederzeit in Sicherheit gewesen, hatten wir doch einen topmodernen Feuerlöscher gleich neben unserer Zimmertüre ;-)